Cerealis
Cereales: span., Céréales: frz., Cereali: ital., Cerealien: fälschl., Cereals: engl., Droad: fränk., Frichd: westerwd., Frucht: landwirtsch., Geträd: erzgeb., Grain: engl., Grano: ital., Granos: span., Körndeln: österr., Körnerfrüchte, Kohrefruugde: hunsr., Tahil: türk., Zerealien

Allgemeines, Herkunft, Geschichtliches
Als ‚Getreide‘ werden einjährige, aus dem Mittelmeerraum stammende, Süßgräser (Poaceae) bezeichnet, die wegen ihrer essbaren Körnerfrüchte angebaut werden. Die bedeutendsten europäischen Getreide-Sorten heißen: Gerste, Hafer, Roggen und Weizen.
Das Wort ‚Getreide‘ entstammt dem Mittel-hochdeutschen ‚Getregde‘ für ‚Bodenertrag‘.
Ährengetreide: Fachsprachlicher Begriff für Gerste, Roggen und Weizen.
Arten, Sorten
Brotgetreide: So nennt man Getreide-Sorten, die, nachdem sie zur Herstellung von Brot verwendet wurden, der Ernährung des Menschen dienen (z.B. Roggen, Weizen, Dinkel). Gerste, Hafer, Mais, Buchweizen, Hirse und Reis gehören zwar nicht zu den Brotgetreiden, sie werden jedoch ebenso zur Brotherstellung verwendet.
Futtergetreide: So wird Getreide bezeichnet, das hauptsächlich der Herstellung von Tierfutter dient.
Nacktgetreide nennt man Getreide, dessen Körner nicht mit den Spelzen verwachsen sind (z.B. Weizen)!
Rispengetreide: Getreide, dessen Früchte in Rispen wachsen (z.B. Hafer, Hirse).
Pseudogetreide/ Pseudocerealien: So nennt man stärkehaltige Samen, die nicht den Getreiden zugeordnet werden, obwohl sie ähnlich zusammengesetzt sind (z.B.: Amarant, Buchweizen, Hirse, Quinoa).
Sommergetreide: Kältesensibles Getreide, das im Frühjahr gesät und im Sommer geerntet wird (z.B.: Hafer, Sommergerste, Mais).
Wintergetreide: Getreide, das im Herbst gesät und im darauffolgenden Sommer geerntet wird. (z.B.: Winterweizen, Winterroggen, Wintergerste und Winter-Triticale.) Aufgrund der längeren Vegetationszeit und der anhaltenden Winterfeuchtigkeit fällt das Erntevolumen von Wintergetreide durchweg höher aus, als beim Sommergetreide.
Hauptinhaltsstoffe
Alkaloide, Calcium, Eisen, Eiweiß, Kieselsäure, Lysin, Magnesium, Phytoöstrogene, Stärke, Vitamin B 1, B 2, B 6, E, H.
Verwendung, Zubereitung
Getreide wird meist zu Grieß, Grütze, Kleie, Mehl, Schrot, Stärke oder zu alkoholischen Getränken (z.B. Korn, Whiskey) verarbeitet.
Grannen: fachl.: Fachausdruck für die feinen Borsten an den Getreideähren.
Grieß nennt man grob vermahlene, gewaschene Getreide-Körner mit minimalem Schalenanteil.
Grütze/ Grötte: münsterld. So nennt man enthülstes und geschrotetes Getreide, wenn es mit Brühe, Milch oder Wasser zu Brei gekocht wurde.
Kleie nennt man die äußeren Randschichten des Getreides, die während des Mahlens entstehen. Meist wird Kleie bei der Brotherstellung verarbeitet oder an Tiere verfüttert.
Kwaß nennt sich ein alkoholhaltiges russisches Getränk, das meist aus verschiedenen Getreide-Sorten hergestellt wird.
Schrot: Darunter versteht man grob gemahlene Getreide-Körner, die meist der Brot- oder Tierfutter-Herstellung dienen.
Lagerung
Getreide sollte trocken und luftig gelagert werden.
Volksmedizinische Bedeutung
Aufgrund seines pflanzlichen Hormons ‚Phytoöstrogen‘ gilt Getreide als besonders wertvolles Nahrungsmittel: Es kann sogar Brust- und Prostatakrebs bekämpfen.
Tipp
Bratling/ Vegetarischer Bratklops: ostdt. nennt man eine völlig fleischfreie Frikadelle, die vorwiegend aus Getreide, Gemüse und/oder Hülsenfrüchten zubereitet wird.

