Brassica oleraceae convar. botrytis var. italica
Broccoli: engl., niederl., Brocoli: frz., span., Bröckelkohl, Brokkerln: bayer., Brokolice: tschech., Burokoli: türk., Calabrese: engl., Cavolo Broccolo: ital., Grüner Blumenkohl, Grünes Wunder, Spargelkohl: österr., Italienischer Spargel, Sprossenbrokkoli, Sprossenkohl, Sprouting broccoli: engl., Winterblumenkohl

Allgemeines, Herkunft, Geschichtliches
Brokkoli ist das erste und edelste Züchtungsergebnis, das aus dem Blumenkohl hervorgegangen ist. Von den alten Griechen (1200 v. Chr. – 30 v. Chr.) wurde er zwar schon kultiviert, den alten Römern hat er jedoch seine botanische Bezeichnung zu verdanken.
Vor 200 Jahren wurde Brokkoli, aus ‚Verona‘ (Stadt in Norditalien) kommend, zwar erstmals auch bei uns angepflanzt, kurz darauf geriet er jedoch wieder in Vergessenheit. Angebaut wird der zur Familie der Kreuzblütler (Cruciferae) zählende Brokkoli inzwischen, außer in Deutschland, Frankreich und Italien, auch auf der Kanalinsel ‚Jersey‘, auf Kreta, in Spanien, Südschweden, Zypern und in den Vereinigten Staaten.
In Privatgärten schützt man den raschwüchsigen Brokkoli vor fressgierigen Schädlingen durch gemischten Anbau: mit Salat-Beipflanzungen gegen Erdflöhe und die Weiße Fliege und/oder durch eine Umkränzung mit der Eberraute.
Als sich der einstige Präsident der USA, ‚George Bush‘ vor einigen Jahren öffentlich negativ über den Geschmack des Brokkoli äußerte, brachte dies den Farmern prompt eine Umsatzeinbuße von 2 Milliarden Dollar im Folgejahr ein. Anschließende wissenschaftliche Untersuchungen konstatierten daraufhin, dass Brokkoli entgegen bisherigen Einschätzungen überaus gesund ist und sogar krebshemmende Substanzen enthält! Ein ungeahnter neuerlicher Aufschwung dieses Gemüses war die Folge, der sich ungebremst bis zur Gegenwart fortgesetzt hat.
Mit der Anzucht eines 15,8 kg schweren Brokkoli schaffte es der berühmte Hobby-züchter ‚John Evans‘ aus Alaska im Jahr 1993 zu seinem ersten Weltrekord.
Der Name ‚Brokkoli‘ wurde im Laufe der Zeit aus dem Lateinischen ‚brachium‘ für ‚Arm‘ oder ‚Zweig‘ und dem Römischen ‚brocco‘ für ‚Sprössling‘ konstruiert.
Aussehen
Brokkoli sieht aus wie kräftig grüner, locker verzweigter Blumenkohl mit festen, bis zu 5 cm großen, geschlossenen Röschen auf fleischigen Stielen.
Gelber Brokkoli lässt auf Überlagerung schließen: Er blüht schon!
Geschmack
Brokkoli schmeckt zwar blumenkohl-ähnlich, jedoch viel kräftiger und das Aroma tendiert in Richtung Spargel, weshalb er auch als ‚Spargelkohl‘ bezeichnet wird.
Gelber Brokkoli schmeckt muffig, holzig und bitter.
Arten, Sorten
Bimi/ Brokkolini/ Brokkoli-Spargel/ Spargelbrokkoli/ Spargoli heißt ein neues brokkoliähnliches Supergemüse (sehr hoher Glucosinolat-Gehalt) mit langen, schlanken Stängeln, kleinen gelben Blütchen und mildem, leicht süßlichem Aroma, das entfernt an Spargel erinnert. ‚Bimi‘ ist aus einer japanischen Kreuzung des ‚Brokkoli‘ mit dem ‚Chinakohl‘ hervorgegangen. In Afrika (Kenia) und Japan liegen zwar die größten Anbaugebiete dieser neuartigen Gemüse-Sorte mit kleinen geschlossenen, brokkoli-ähnlichen Röschen, mittlerweile wird sie jedoch auch in Mecklenburg-Vorpommern herangezogen.
Hauptinhaltsstoffe
Antioxidationsstoffe, Ballaststoffe, Bitterstoffe, Calcium, Carotinoide, Chlorophyll, Eisen (mehr als Spinat), Eiweiß, Flavonoide, Glukosinolate, Glutathion, Indole (Antikrebswirkstoffe), Jod, Kalium (465 mg/100 g), Kohlenhydrate, Lutein, Magnesium (25 mg/100 g), Natrium, Phosphor, Provitamin A, Quercitin, Selen, Sulphoraphane, Vitamin B 1, B 2, B 3, B 5, B 6, B 9 (35 mg/100 g), C (110 mg/100 g), E, K, Zink. Brokkoli weist nicht nur den höchsten Vitamingehalt aller Gemüse-Sorten auf, im Gegensatz zum Blumenkohl besitzt er sogar das Fünffache an Calcium und das Vierzigfache(!) an Provitamin A, weshalb er auch als ‚Grünes Wunder‘ bezeichnet wird!
Verwendung, Zubereitung
Brokkoli findet nicht nur als Gemüse Verwendung, er kann ebenfalls roh oder gedünstet, als Salat verzehrt werden. Zuerst sollte man Brokkoli etwa eine viertel Stunde in kaltes Salzwasser legen, damit sich eventuelles Kleingetier lösen kann. In der Zwischenzeit kann man die bemerkenswerten chlorophyll- und selen-reichen Stiele dünn schälen und kreuzweise einschneiden, damit sie später gleichzeitig mit den zarten Blütenständen gar sind. Danach sollte Brokkoli grundsätzlich nur knackig gedämpft oder gedünstet und keinesfalls gekocht werden, weil sich die wertvollen Inhaltsstoffe sonst verflüchtigen; auch der hohe Vitamin-C-Anteil verringert sich bei starker Hitzezufuhr um mindestens 80%! Intensivieren lässt sich der Geschmack des Brokkoli, indem man ihn während des Garens mit einem Schluck Weißwein oder ein paar Tropfen Zitronen-Saft würzt.
In Amerika und Italien bereitet man aus den stark karotinhaltigen Deckblättern des Brokkoli Gemüse, Salate und sogar Chips zu!
Lagerung
Brokkoli kann zwar allenfalls 1 bis 2 Tage im Kühlschrank aufbewahrt werden, ange-sichts der hohen Vitamin- und Mineralstoffverluste während der Lagerung sollte man ihn jedoch möglichst schon gleich nach dem Einkauf zubereiten und verzehren. Brokkoli sollte nie gemeinsam mit ‚Ethylen‘ ausscheidenden Obst- und Gemüse-Sorten (z.B. Äpfel, Avocados, Tomaten, Zitrusfrüchte) aufbewahrt werden, da ansonsten sein Ver-derb beschleunigt wird.
Volksmedizinische Bedeutung
Der leicht bekömmliche Brokkoli fördert die Verdauung, entgiftet den Körper, senkt den Blutdruck, schützt dank ‚Sulphoraphan‘ und ‚Selen‘ nachweisbar vor Krebs, kurbelt den Stoffwechsel und die Zellerneuerung an und gilt als entwässernd, vitalisierend und auch als hochwirksamer Fett- und Stresskiller. Frauen, die schwanger sind oder die mit der Pille verhüten und Personen, die regelmäßig Medikamente einnehmen, sollten Brokkoli, seiner hohen Folsäureanteile wegen, möglichst häufig mit in ihren Speiseplan einbeziehen.
Tipp
Schon 200 g Brokkoli decken den täglichen Vitamin-C-Tagesbedarf eines Menschen!

